Hej Sverige!
(Hey Sver-je!) Am Himmelfahrtsabend traf ich mich mit Weltenbummler Daniel in Berlin, um am Freitag, den 14. Mai früh am Flughafen Schönefeld zu sein. Vor über anderthalb Jahren starteten wir hier unsere Reise nach Schottland. Jetzt sollte unser Weg in das nordische Land führen, dass wir mit Wikingern, Ikea und dem Midsommarfest verbinden: Schweden.
► Mein Foto-Album mit englischer Beschreibung!
Freitag: Die irische Ryanair-Maschine setzte uns nach anderthalb Stunden Flug in Nyköping (Nüchöping), dem Flughafen Stockholm Skavsta ab. Ich tauschte Euro in schwedische Kronen 9:1 um und hatte auf einmal ganz schön große Scheine in der Hand… Mit dem Bus ging’s südlich nach Norrköping (Norrchöping), wo Anna und Alida schon auf uns gewartet hatten: die beiden haben wir während des Auslandssemesters in Glasgow kennengelernt. Das Wiedersehen in Schweden mussten leider alle anderen der “französisch-schwedisch-deutschen Clique” absagen und so waren wir nur zu viert.
In Norrköping ging unser Stadtrundgang entlang des Flusses Motala ström: zum Campus Norrköping der Universität von Linköping (Linschöpping), dann zum Arbeitsmuseum (Arbetets museum), wo sich eine Etage der Arbeit des schwedischen Karikaturisten Ewert Karlsson widmet und in einer zweiten Etage die Ausstellung “Industrieland – Als Schweden modern wurde” mit beispielsweise vielen typisch schwedischen Gebrauchsgegenständen der letzten Jahrzehnte.
Langsam lernten wir den schwedischen Lebensstil kennen: nachmittags machten wir eine erste Fika. Ich würde es als zeitlich nicht festgelegte Zwischemahlzeit bezeichnen, bei der man in gemütlicher Gesellschaft Kaffee und Kuchen, oder auch andere Sachen zu sich nimmt.
Generell war das schwedische Essen sehr gut. Nach einem Einkauf in einem speziellen Alkoholmarkt (der Staat hat hier das Alkohol-Monopol) und in einem kleinen Supermarkt (der uns mit seiner Fülle und Auswahl überraschte) machten wir dann abends ein typisch schwedisches Gericht: Köttbullar (Schöttbullar) mit gekochten Kartoffeln und Preiselbeeren. Dazu mussten wir einfach ein paar hauchdünne Scheiben Elch-Salami kosten – Fazit: Alles lecker! Beim Wii-Spielen trainierten wir das gute Essen wieder ab. Als Abend-Snack bevorzugen die Schweden auch sehr salzige Lakritz-Süßigkeiten. Im Hotel Kneippen gleich gegenüber von Annas Wohnung fanden wir eine andere schwedische Spezialität auf dem Bett: weiß-rote Bonbons mit leichtem Minz-Geschmack namens “Polka” (hergestellt in der Stadt Gränna am Vätternsee).
Samstag: Per Auto ging es ins kleine Örtchen Mem. Hier mündet der Schweden durchquerende Göta-Kanal in die Ostsee. Hier spielten wir Kubb, das in Deutschland angeblich oft als Wikinger-Schach bezeichnet wird. (Wenn ich mein eigenes gebaut habe, dann folgt im WohnzimmerTagebuch ein ausführlichere Beschreibung) Grundsätzlich: zwei Teams á 2 Spieler müssen abwechselnd mit 6 Wurfhölzern die 5 Türme der Gegner treffen, dann den König zu Fall bringen. Das Team Anna-Florian gewann 2:0, nachdem Daniel mit seinem letzten Wurf den König verfehlte:-) Es folgte eine Fika im schönsten Sonnenschein den Schweden bis dato 2010 erlebt hatte…
In Söderköping fuhren Segel- und Motorboote durch die Schleusen des Göta-Kanals und wir stiegen den steilen Ramunderberg (Ramunderberget) hinauf und genossen die schöne Aussicht. Wieder unten in der Stadt angekommen fanden wir einen ca. 1,5 m hohen Runenstein vor der Sankt Laurentii-Kirche. Zur Kirche gehört auch ein spitzer, schwarzer Glockenturm, der mich an die in Norwegen typischen Stabkirchen erinnerte.
Auf dem großen, idyllischen Bauernhof von Annas Eltern holten wir Rhabarber für einen leckeren Kuchen, der die Nachspeise des selbst gemachten Geflügel-Schaschlik und leckerem Gurkensalat werden sollte. Doch bevor wir den schönen Tag mit dem Barbecue auf einem Einweg-Grill ausklingen ließen, besuchten Daniel und ich Norrköpings Felszeichnungen.
Sonntag: Auf der Zugfahrt von Norrköping nach Stockholm fuhren wir durch herrlich natürliche Wälder, durchzogen von moosbewachsenen Felsen und vorbei an stillen Seen. Vom Zentralbahnhof spazierten wir vorbei am königlichen Stockholmer Schloss bis zum Westufer der Altstadt (Gamla Stan), wo wir Stockholms Stadtteile mit einer Wasserrundreise bewunderten. Auf der Halbinsel Djurgården, auf der unter anderem das Junibacken (Astrid Lindgren-Museum) und das Nordische Museum sind, schauten wir uns den ganzen Nachmittag die Vasa an, ein 1628 in der Stockholmer Bucht auf seiner Jungfernfahrt gesunkenes, prächtig verziertes Segelschiff.
Beim Spaziergang durch die Stadt warfen wir einen Blick in die Sankt Nikolai-Kirche, wo die Kronprinzessin Victoria am 19. Juni feierlich heiraten wird (für die große Feier wird extra eine neue Tram-Linie gebaut und beispielsweise alle Baugerüste müssen bis dahin demontiert sein, dass die Stadt auch schick aussieht). Am Königsgarten (Kungsträdgården) ruhten wir uns etwas aus und genossen den letzten Abend in Schweden.
BILDER: ► Mein Foto-Album von Schweden
BERICHT: ► Daniels Blog-Eintrag mit Fotoalbum
LINKS:
► Zwischenmahlzeit Fika
► Norrköping
► Köttbullar
► Hotel & Annas Wohnung. Klick auf Street view!
► Arbeitsmuseum Norrköping
► Süßigkeit Polka
► Ewert Karlsson
► Ewert Karlsson Arbeiten
► Nikolai-Kirche Stockholm
► Kronprinzessin Victoria von Schweden
► Website der schwed. Royals
► St. Laurentii-Kirche Söderköping
► Das Spiel Kubben
► Kubb-Spiel (Wiki)
► Das Schiff Vasa
► Laura Ford Arbeiten












2 Responses to “Hej Sverige!”
By Daniel on Mai 21, 2010
Schöner Artikel, Flo! Den Titel wollte ich eigentlich nehmen
War wirklich ein schöner Trip mit dir und den Mädels. Und Skavska hab ich geändert