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Print-Exkursion nach Stuttgart

vdm druckforum 2009

Am Ende des 5. Semesters und vor dem letzten offiziellen Teil unseres Studiums, dem Blockunterricht ab kommender Woche, lag der Besuch des Druckforums des vdm (Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg e.V.) in Stuttgart. Und gerade weil einige der größten Firmen im Print-Bereich in der Nähe von Stuttgart ansässig sind, haben wir einige von ihnen auf einer 4-Tage-Exkursion gleich mit besucht.
Um halb 8 ging es am Montag, den 2. Februar 2009 in Mittweida los. Gegen Nachmittag war unser erster Termin bei der Firma Dambach in Gaggenau. Hier besichtigten wir den Einsatz von großen Siebdruck-Sieben (ca. 2 mal 3 Meter) und die Herstellung von Verkehrsschildern. Doch schon bei Dambach wurde uns erklärt, dass man momentan mit Auftrags-Einbrüchen kämpfe. Die Wirtschaftskrise ist also auch im Druck-Sektor schon angekommen.

Stuttgart bei Nacht

Am Abend wohnten wir unserem ersten Vortrag des Druckforums 2009 bei. Der Vortrag “Peripherietechnik – Effizienzpotenzial, das im Verborgenen liegt” war in meinen Augen leider zu viel Werbung für die Referenten der Firma Grafix GmbH, aber auch interessant, um einen Einblick in die sog. Peripherietechnik (z.B. Feuchtmittel, Filteranlagen) zu bekommen. Nach einem warmen schwäbischen Büffet inklusive Spätzle und Bretzeln ging es in die Jugendherberge, die direkt an einem Hang liegt und einen herrlichen Blick auf Stuttgart bietet.

Prägefalz

Am Dienstag ging es zur schlott gruppe AG, welche sich auf Tiefdruck spezialisiert hat. Hier war die Vorbereitung und die Gravur der Kupferhülle der Tiefdruck-Zylinder für mich sehr interessant. Bei ca. 4000 Hertz graviert ein kleiner Diamant die Druckform, dort haftet nachher die Druckfarbe.
Unser zweiter und leider letzter Druckforum-Vortrag handelte von Web-To-Print Marketing. Web-To-Print ist kurz beschrieben Digitaldruck nach Online-Auftrag, immer häufiger beispielsweise für Kalender oder Fotobücher benutzt, die der Kunde individuell online erstellt.
Am Mittwoch besuchten wir die Firma Ernst Nagel GmbH im Stuttgarter Vorort Vaihingen. Nagel produziert Maschinen im Bereich Post-Print, die also nach dem Druck (getreu dem Motto “Wir bringen Gedrucktes in Form”) stanzen, falzen, lochen oder heften. Frau Meyer, die uns betreute, machte auch mal umgekehrt Fotos von uns — diese werden wohl bald auf der Internetseite zu sehen sein.
Am Nachmittag machten wir uns dann wieder auf in die Stuttgarter City: mich zog es zum Haus der Wirtschaft, in welchem eigentlich das Druckforum stattfindet. Aber am Mittwoch war kein Vortrag geplant und so konnte ich in aller Ruhe eine kleine Fotografie-Ausstellung und die 59. Internationale Kalenderschau 2009 bewundern. Über 1.500 Kalender in 24 Kategorien werden dort noch bis zum 15. Februar 2009 präsentiert. Wie das Haus der Wirtschaft online verkündet, stachen die Sieger-Kalender durch “hochwertige Produktionen und Materialauswahl, Funktionalität, brillante Fotografie, neue Sehweisen, Kreativität, Originalität” heraus. Ich war beeindruckt und hätte noch stundenlang durch die Kalender blättern können.
Ich wollte die schwäbische Kultur kennenlernen und so konnte ich es mir am Abend nicht nehmen lassen, im Ratskeller einen “Schwaben-Teller” zu bestellen.

manroland training center

Auf der Rückreise nach Mittweida am Donnerstag machten wir in Offenbach bei der Firma manroland AG halt. Hier sahen wir die Rollen- und Bogenoffset-Druckmaschinen wieder, die uns Mitarbeiter (und ehemaliger Student in Mittweida) Sascha Ehrenberg schon auf der Drupa 2008 in Düsseldorf gezeigt hatte. Aber in Offenbach durften wir in die Gießerei, wo beispielsweise die Druckzylinder mit bis zu drei Tonnen Gewicht hergestellt werden.
Aber auch hier sagte man uns, dass es Auftrags-Einbrüche gab. Manroland reagierte in den letzten Monaten wie viele andere Firmen darauf mit Kurzarbeit und bereitet sich momentan auf die Schließung des vierten Produktionsstandortes Mainhausen vor. Wie Ehrenberg bin ich der Meinung, dass die aktuelle schlechte Wirtschaftslage nicht so akut wäre, wenn nicht tagtäglich die Medien bei jeder kleinen Meldung überreagieren würden. Eine Kettenreaktion wird in Gang gesetzt: Firmen und Privatpersonen warten mit Investitionen und Einkäufen, das wiederum schädigt andere Firmen und die Produktivität sinkt. Aber: auch in dieser Situation sollte man nach Vorne schauen, den Leuten Mut machen und weise agieren.
Fazit unserer Exkursion: wir wurden trotz der wirtschaftlichen Lage überall freundlich empfangen und beispielsweise in der Firmenkantine bewirtet. Alle unsere Fragen wurden beantwortet und wir durften hinter die Produktion der wichtigsten Verfahren im Print-Sektor schauen. Das war auf jeden Fall mal etwas anderes als nur in Vorlesungen darüber theoretisch zu sprechen. Ich denke ich kann mich im Namen aller bei den besuchten Firmen und beim vdm bedanken!

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