Meine Reise durchs Baltikum nach St. Petersburg
Eine kurze Reisebeschreibung
Nach der frühen Abreise ging es in Frankgurt (Oder) über die Grenze nach Polen. Dort beeindruckten mich die vielen großartig geschmückten Friedhöfe. Eine Besichtigung von Warschau war nicht geplant, ebenso wenig wie der Umweg nach Vilnius, der Hauptstadt Litauens, das wir am nächsten Tag nach der Übernachtung im Hotel “Warschau” am östlichen Rand der polnischen Masuren erreichten. Kaunas ist aber die zweitgrößte und schönste Stadt, mit viel Geschichte. Auf dem Weg nach Lettland machten wir Halt beim Berg der Kreuze. Wirklich sehr sehr beeindruckend. Ich bekam zum ersten Mal den Gedanken, auf einer Pilgerfahrt zu sein. Wie religiös die Reise noch werden sollte….
Riga war dann ein richtiges Glanzstück des Nordens, heraus geputzt und feinster Jugendstil überall, dass meine Kamera sich kaum entscheiden konnte! Die Stadt bietet ein wundervolles, grünes Zentrum mit einer Art Gedenk- und Freiheitssäule.
Auf der Reise gen Norden passierten wir das größte Ostsee-Bad in Pärnu – ich musste länger ins Wasser gehen als im Plattensee und das Wasser war zum positiven Erstaunen nur sehr wenig salzig.
In Tallinn verbrachten wir etwas länger Zeit. Die Hauptstadt Estlands ist soetwas wie eine modern gewordene Mittelalter-Hansestadt mit mittelalterlichen Kneipen in festungsartiger Ober- und Unterstadt, dazwischen immer wieder Botschaften aus aller Welt. Skurril. Nachdenklich machte das Denkmal für die Opfer der 1994 verunglückten “Estonia“, bei der über 900 Menschen starben.
Nach den unbequemen Grenzformalitäten waren wir endlich auf russischem Boden und näherten uns 3 Tagen Erlebnis- und Erkundungstouren in Petrograd/Leningrad/jetzt wieder Sankt Petersburg! Stadtrundfahrt, Kirchen, Peter- und Paulfestung, der Panzerkreuzer Aurora, die Eremitage, das Bernsteinzimmer, Puschkin, der Peterhof und eine Newa-Rundfahrt durften natürlich nicht fehlen. Hinzu kam ein unglaublicher Abend mit dem Petersburger Männerchor…
Leider war die Abreise etwas hektisch (geplant), nur ein Tag, um zur russisch-finnischen Grenze zu kommen und um 17 Uhr die Fähre der Finnlines zu erreichen. Zumindest die Stunde Zeitverschiebung half den langsamen russischen Grenzbeamten uns in etwas weniger Zeit abzufertigen. Auf gings durch die bezaubernden Wälder im finnischen Nirgendwo mit unendlichen Baumregionen, riesigen Findlingen und dunklen Seen. Leider blieb keine Zeit für eine Besichtigung von Helsinki (ich musste eine CD in einer Raststätte kaufen!) und es regnete bei Abfahrt aus dem Hafen. Allerdings kann man noch beim seichten Auslaufen viele schöne Ecken der Stadt sehen. Die Fahrt durchs leicht schwankende Blau begann und sollte 27 Stunden andauern.
Das Büffet ist mehr als überwältigend und nach der herrlichen Sauna mit Wirlpool helfen ein Mineralwasser, ein finnisches Bier und die Wellen, mich wie ein Baby in den Schlaf zu wiegen, wie ich nur selten zuvor eingeschlafen bin!
Am nächsten Tag erholt man sich vom anstrengenden Busreisen und läßt die Fahrt Revu passieren. Jedes kleine Schiff am Horizont wird zu einer abenteuerlichen Geschichte, die man sich alleine zu Seemansgarn zusammenspinnt. Und mit vollem, gemütlichem Magen erreichen wir Travemünde, wo uns eine Strandparty mit vielen Menschen begrüßt. Als der Bus aus dem Bauch der Fähre rollt, bricht die letzte Nacht herein und ich kann nur noch schlafen. Der Bus fliegt über die Autobahn (in den anderen Ländern gibt es soetwas ja nur annähernd) und wir sind erst um 3 Uhr morgens zu Hause wieder im heimischen Bett.




2 Responses to “Meine Reise durchs Baltikum nach St. Petersburg”
By Micha on Aug 17, 2007
Cool, wusste gar nichts davon. Stefan plant auch im August noch so n’bissl entlang der Ostsee rumzukommen. Vom Baltikum ist er auch immer ganz hin und weg